Nachtrag: Wuppertaler Nazis in Dortmund

Im folgenden dokumentieren wir -leider erst etwas spät, da wir immernoch Computerprobleme haben- einen kurzen Artikel des antifa-café Wuppertal zur Beteiligung Wuppertaler Nazis an einem Naziaufmarsch am 02.04. in Dortmund.

Am Samstag sind in Dortmund 500-600 Antifaschist_innen auf die Straße gegangen, um an den Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz zu erinnern. Schulz wurde vor sechs Jahren in der U-Bahn-Station Kampstraße in der Dortmunder Innenstadt von einem jugendlichen Nazi erstochen.

Zeitgleich veranstalteten im Stadtteil Lütgendortmund rund 100 Nazis eine Demonstration gegen den Umzug der „Kommunalen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge“ vom Westfalendamm in die Stadtsiedlung Grevendicks Feld im Westen Dortmunds.

Unter den Nazis befand sich neben den Wuppertaler Nazis (u.a. Tobias Maczewski, Rene Heuke, Kevin Koch) – die mal wieder ihr eigenes Transparent mitführten – auch Sven Kahlin, jener Skinhead der „Skinheadfront Dortmund-Dorstfeld” der am 28. März 2005 Thomas „Schmuddel” Schulz erstach. Obwohl zu einer 7 jährigen Haftstrafe verurteilt, wurde er schon im September 2010 nach 5 Jahren aus der Haftanstalt Werl entlassen. Am 12. Dezember überfiel er mit weiteren Mitgliedern der „Skinheadfront Dortmund-Dorstfeld” die alternative Kneipe „Hirsch Q” in der Dortmunder Innenstadt. Zahlreiche Besucher_innen der Kneipe wurden verletzt.

Ca. 3 Stunden lang zogen die Nazis unter „Ausländer raus“-Rufen durch den Dortmunder Stadtteil Lütgendortmund. Auf einer der Zwischenkundgebungen hielt auch der Wuppertaler Nachwuchsnazi Kevin Koch eine rassistische Hetzrede. Weitere Redner kamen aus Dortmund, Ahlen und Unna.

Nach dem Naziaufmarsch kam es laut “NRW rechtsaußen” zu neun Festnahmen im Bahnhof Schwelm.
Der polizeiliche Staatsschutz in Hagen ermittelt wegen Landfriedensbruch, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung. Die Nazis sollen im Regionalexpress RE4 von Dortmund nach Wuppertal Mitreisende angepöbelt, beleidigt und bedroht haben.
Der Zugführer habe den „Wupper-Express“ in Schwelm länger als gewöhnlich gestoppt, berichtete die Westfälische Rundschau. Einsatzkräfte der Polizei hätten die Randalierer aus den Waggons geholt und zum Polizeipräsidium in Wuppertal-Barmen gebracht.